5/19/2011

Ein Telegramm

Ein Telegramm (aus dem grch. tele: fern, weit und …gramma: Buchstabe, Schrift; wörtlich Fernschrift) ist eine telegrafisch übermittelte Nachricht mit Hilfe akustischer, optischer oder elektrischer Geräte. Telegramme wurden meist per Fernschreiber übermittelt. Heute werden sie kaum noch verwendet. Da sich das Entgelt (früher Gebühr) für ein Telegramm nach der Anzahl der Wörter richtet, hat sich ein so genannter Telegrammstil eingebürgert, z. B. sagt man statt „Ich komme am Freitag um 17:00 Uhr an.“: „Ankomme Freitag 17 Uhr“. Aus diesem Grund konnten Empfänger auch eine verkürzte Anschrift, das "Drahtwort" beantragen. Telegramme können von der Post bis heute auch auf Schmuckkärtchen überbracht werden.
Der Ausdruck Telegramm (eigentlich sprachlich richtig: Telegrafem) ist 1852 vom US-Amerikaner E. P. Smith aus Rochester gebildet worden, löste aber erst sehr viel später den gängigen Ausdruck „telegrafische Depesche“ ab.
Das Briefgeheimnis gilt auch für Telegramme, d. h. der aufnehmende Mitarbeiter darf den Inhalt weder an andere weitergeben noch verfälschen.

Telegramme waren Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts eine sinnvolle Einrichtung, da es kaum (private) Telefone gab. Die Standard-Brieflaufzeit betrug ca. 4 Tage. Somit waren Telegramme die einzige Möglichkeit, Nachrichten vergleichsweise schnell zu überbringen.
Die Übermittlung eines Telegramms geschah in drei Stufen:
Telegramm aufgeben: Der Absender diktierte seinen Text einem Beamten im Post- bzw. Telegrafenamt entweder persönlich oder telefonisch. Dieser notierte die Empfängeradresse, den eigentlichen Text sowie ein eventuelles Schmuckmotiv (die Vorlagen hingen aus oder waren im Telefonbuch abgedruckt). Bezahlen konnte man entweder im Amt, per Telefonrechnung oder per Münzeinwurf am öffentlichen Fernsprecher. (Während der Blütezeit der Telegramm-Nutzung in Deutschland waren Postdienst, Telefondienst und Telegrafendienst unter einem gemeinsamen Dach (Reichspost, Bundespost bzw. Deutsche Post der DDR) zusammengefasst. Daher die vielfältigen, gleichwertigen Zugänge.)
Telegramm übermitteln: Die notierten Angaben wurden dann z. B. mittels Fernschreiber zu einem Post- bzw. Telegrafenamt in der Nähe des Empfängers gesendet.
Telegramm zustellen: Im Empfängeramt wurde der Fernschreiber-Papierstreifen in ein Kärtchen (z. B. das ausgewählte Schmuck-Kärtchen) geklebt und per (Motorrad-)Boten ausgetragen, meist innerhalb von zwei Stunden (nachts 4 Stunden) nach der Aufgabe des Telegramms.

reed more : http://de.wikipedia.org/wiki/Telegramm

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