5/19/2011

Thomas Alva Edison Leben

Thomas Alva Edison (* 11. Februar 1847 in Milan, Ohio; † 18. Oktober 1931 in West Orange, New Jersey) war ein US-amerikanischer Erfinder und Unternehmer mit dem Schwerpunkt auf dem Gebiet der Elektrizität und Elektrotechnik. Seine Verdienste gründen in erster Linie auf der Marktfähigkeit[1] seiner Erfindungen, die er mit Geschick zu einem ganzen System von Stromerzeugung, Stromverteilung und innovativen elektrischen Konsumprodukten verbinden konnte. Edisons grundlegende Erfindungen und Entwicklungen in den Bereichen elektrisches Licht, Telekommunikation sowie Medien für Ton und Bild hatten einen großen Einfluss auf die allgemeine technische und kulturelle Entwicklung. Seine Organisation der industriellen Forschung prägte die Entwicklungsarbeit späterer Unternehmen.
Die Leistung von Edison bei der Elektrifizierung New Yorks und der Einführung von Elektrolicht markiert den Beginn der umfassenden Elektrifizierung in der kulturellen Entwicklung. Diese epochale Veränderung ist insbesondere mit seinem Namen verbunden. In späteren Jahren gelangen ihm wichtige Entwicklungen der Verfahrenstechnik für die Bereiche Chemie, Zement und Metallgewinnung.
Edison war einer der Gründer des Unternehmens General Electric, welches durch eine Fusion seiner Unternehmen mit dem Elektrounternehmen Thomsen-Houston Co. 1892 entstand.[2]

Jugendzeit und Beginn der Karriere als Telegrafist 1847 bis 1869 [Bearbeiten]

Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Milan, einem Dorf im Norden Ohios, als siebtes Kind seiner Eltern geboren. Er erhielt nur einige Monate geregelten Schulunterricht. Danach wurde er durch seine Mutter weiter unterrichtet, weil er wegen seines Verhaltens nicht in den Schulunterricht integrierbar war. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie nach Port HuronMichigan, um. Vier Jahre später, 1859, verkaufte er auf der Grand-Trunk-Eisenbahn zwischen Port Huron und Detroit Zeitungen und Süßigkeiten und startete so ins Berufsleben. Die Tätigkeit ließ ihm noch Zeit, sich durch Bücher weiterzubilden. 1862 brachte er die Zeitung The Weekly Herald heraus und verkaufte sie in der Eisenbahn. Als er eines Tages einem Zug hinterherlaufen musste, da er die Druckerpresse für den Weekly Herald im Zug vergessen hatte, zog ihn ein Schaffner an den Ohren hoch in den Waggon. Dieser Vorfall gilt als einer der möglichen Gründe für seine lebenslange Schwerhörigkeit; eine nicht auskurierte Erkrankung ist indes ein wahrscheinlicherer Grund.
1862 bekam er von einem Telegrafenbediener, dessen Sohn er vor einem Unfall bewahrt hatte, Unterricht in der Telegrafentechnik. Er arbeitete danach als Telegrafist bei J. U. MacKenzie in Mount Clemens. Fünf Jahre lang, von 1863 bis 1868, hatte er häufig wechselnde Anstellungen als Telegrafist in StratfordIndianapolisCincinnatiMemphisLouisville und Boston. In dieser Zeit gewann er über die Bedienung hinaus ein profundes Verständnis für die Telegrafentechnik. Durch die Zusammenarbeit mit Telegrafenbedienern von Unternehmen und Zeitungen erkannte er die Bedeutung dieser Technik für viele Geschäftsbereiche. Er soll sich damals mit elektrotechnischen Fachbüchern weitergebildet und mit dem Experimentieren begonnen haben.
1868 meldete er sein erstes Patent auf einen elektrischen Stimmenzähler für Versammlungen an. Dieser wurde im Kongress jedoch nicht eingesetzt. Die Abgeordneten bevorzugten das traditionelle, langsame Verfahren, da es mehr Möglichkeiten ließ, unbeliebte Anträge zu verzögern und andere Abgeordnete umzustimmen.[3]

Aufstieg als Erfinder in der Telegrafenbranche 1869 bis 1875 [Bearbeiten]

1869 ging Edison nach New York. Zu diesem Zeitpunkt war er noch ein unbekannter und mittelloser Mann auf Jobsuche. Dort lernte er Franklin Leonard Pope kennen und wurde durch dessen Vermittlung zunächst Betriebsleiter der Gold & Stock Telegraph Company und später Teilhaber der von Pope gegründeten Firma Pope, Edison & Co.. Dieses war das erste Unternehmen, an dem Edison beteiligt war. Pope und Edison sollen die ersten Personen gewesen sein, die die Berufsbezeichnung Electrical Engineer (Elektroingenieur) führten. Beide erwarben gemeinsam Patente für Telegrafen mit Druckvorrichtungen. Solche wurden unter anderem zur Übermittlung der Goldpreise aus der Börse an die Händler benötigt. Ein weiterer von Edison und Pope entwickelter Drucktelegraf sollte speziell für die Bedienung durch Privatpersonen oder kleine Unternehmen ohne Fachpersonal geeignet sein. Gemeinsam mit weiteren Partnern wurde für dieses Marktsegment die American Printing Telegraph Co. gegründet.[4] Das gemeinsame Unternehmen Pope, Edison & Co. wurde Ende 1870 wieder aufgelöst. Unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Pope, der mit vielen Fachzeitungen und Elektrounternehmen in Kontakt stand, wurde die Telegrafenbranche zunehmend auf das Talent von Edison aufmerksam.
Durch zahlreiche Kooperationen und Verwertungen von Erfindungen in der Telegrafentechnik besserte sich Edisons finanzielle Situation in diesen Jahren. Während er 1869 noch in der Familie seines damaligen Freundes Pope wohnte, konnte er bereits 1871 sein erstes eigenes Haus kaufen und eine eigene Familie gründen. Er heiratete Mary Stilwell. 1872 kam sein erstes Kind Marion auf die Welt.
1870 entstand eine Werkstatt zur Herstellung von Kurstelegrafen in Newark, New Jersey. 1871 entwickelte Edison eine funktionsfähige Schreibmaschine. Mit der bedeutenden Western Union Telegraph Co. stand er in einem Vertragsverhältnis. Die Erfindung der Quadruplex-Technik, mit der vier Nachrichten gleichzeitig auf einer Telegrafenleitung übertragen werden können, und deren Verkauf Anfang 1875 eröffneten Edison neue Möglichkeiten. Mit dem Erlös baute er sein Erfinder-Labor in Menlo Park und widmete sich neuen Herausforderungen. Die Telegrafentechnik war fortan nicht mehr der Schwerpunkt seiner Arbeit. Auf diesem Gebiet hatte er jedoch in den Jahren 1869 bis 1875 seinen Ruf als Erfinder begründet und die finanziellen Voraussetzungen für seine weiteren Leistungen erarbeitet. In der Telegrafenbranche war Edison 1875 ein bekannter Mann, über den in Fachzeitschriften berichtete wurde. Der breiten Öffentlichkeit wurde er jedoch erst in den folgenden Jahren bekannt.

Das Edison-Labor in Menlo Park, Gründerjahre 1876 bis 1880 [Bearbeiten]

Thomas Edison mit seinem Zinnfolienphonographen am 18. April 1878
Titelblatt des Patents Electric Lamp von 1880
Am 18. Juli 1877 erfand Edison den Phonographen und hörte als erster Mensch eine Aufnahme seiner eigenen Stimme – die erste Aufnahme war Mary had a little lamb. Am 19. Februar 1878 erhielt er für den Phonographen das Patent.
Ebenfalls 1877 gelang Thomas Edison mit der Entwicklung seines Kohlegrießmikrofons ein entscheidender Verbesserungsschritt in derTelefontechnik. Das Patent dafür wurde ihm jedoch erst nach langem Streit mit der Bell Labs zuerkannt, die ein später für ungültig erklärtes Patent von Emil Berliner erworben hatte. Bei den damals bereits von der Bell Telephone Company angebotenen Telefonen wurde die Energie zur Erzeugung eines elektrischen Signals im Mikrofon selbst aus dem aufgefangenen Schall gewonnen. Allerdings waren so erzeugte Signale ohne die erst im 20. Jahrhundert verfügbare elektronische Verstärkung zu schwach für die Übertragung über längere Distanzen. Bells Telefone konnten daher bisher nur im Ortsbereich genutzt werden. Mit Bell konkurrierende Telegrafengesellschaften, die selbst auch neue Geschäftsmodelle auf Basis der Telefonerfindung umsetzen wollten, beauftragten Edison, eine Lösung für dieses Problem zu entwickeln. Edisons Kohlegrießmikrophon gewinnt die für das elektrische Signal benötigte Energie nun nicht mehr aus dem Schall, sondern entnimmt sie einer externen Energiequelle. So wird im Kohlegrießmikrofon durch Schallwellen relativ schwacher Leistung der elektrische Widerstand einer Kohlegrießfüllung beeinflusst, durch die ein angemessen starker, von außen eingespeister Strom geführt wird. Auf diese Weise wird dieModulation eines starken Signalstroms durch einen schwachen Schalldruck realisiert. Eine verständliche telefonische Sprachübertragung war damit über deutlich längere Distanzen möglich. Der wirtschaftliche Wert für die entstehenden Telefongesellschaften war erheblich.[5]
Edison wurde klar, dass eine Verbreitung von elektrischen Konsumprodukten elektrische Energieversorgungsnetze erforderlich machte. Als Schlüsselprodukt für deren Finanzierung und für die Bereitschaft von Hauseigentümern, Kabel zu verlegen, wurde elektrisches Licht angesehen. Vorbild war das Geschäftsmodell der Gasindustrie mit zentraler Versorgung, Gaszählern und Gaslampen, mit der Verbindung von einmaligem Verkauf von Lampen einerseits, aber dem nachhaltigen Verdienst an regelmäßigen Energielieferungen andererseits. Um seine Vision von der Elektrifizierung der Städte umzusetzen, arbeitete Edison mit seinen Mitarbeitern verstärkt an allen notwendigen Komponenten, insbesondere an der Glühlampe, den Schaltern und dem Stromzähler. Eine besondere Herausforderung war die Konstruktion geeigneter Generatoren. Die von Edison zunächst nur für den Eigenbedarf gebauten Dynamos konnten nur für 60 Glühlampen Strom liefern. Alle Komponenten der Stromversorgungs-Infrastruktur mussten somit neu konstruiert und dann selbst oder von Partnerfirmen gefertigt werden.
Auch vorherige Erfinder hatten sich schon mit der elektrischen Glühlampe beschäftigt. Aber keinem von ihnen war es gelungen, sie dauerhaft funktionstüchtig und ihren Energieverbrauch mit dem der Gaslampen wettbewerbsfähig zu machen. Die Vorteile wie Flacker- und Geruchsfreiheit, geringere Wärmeabgabe und einfachere Handhabung des Ein- und Ausschaltens konnten nicht in praktische Produkte umgesetzt werden. Auch Edison scheiterte zunächst mit seinen Versuchen, die bekannten Glühlampen mit Platinglühfaden zu verbessern. 1879 hatte er jedoch erste Erfolge bei Glühlampen mit einem hochohmigen Kohlefaden und perfekter Vakuumversiegelung, mit denen er zirka 40 Stunden Leuchtdauer erreichte. Die Verbesserung auf bis zu 1000 Stunden Leuchtdauer nahm weitere drei Jahre Entwicklungszeit in Anspruch. Präsentationsveranstaltungen in Menlo Park am 21. Oktober 1879 und am 31. Dezember 1879 beeindruckten jedoch bereits die Zeitungen und die Öffentlichkeit. Dabei entstand ein öffentliches Bewusstsein für das beginnende Elektrozeitalter. Edison konnte Unterstützer gewinnen und sein Projekt der Elektrifizierung New Yorks angehen. Das Basispatent der Lampenentwicklung von Thomas Edison, Nr. 223.898 „Electric Lamp“, wurde am 1. November 1879 beantragt und am 27. Januar 1880 ausgestellt.[6]
Ein Detail für die praktische Anwendung der Glühlampe war die Entwicklung der Lampenfassung. Edisons Lösung mit Schraubgewinde ermöglichte jedem Nutzer das einfache und gefahrlose Wechseln der Glühlampe ohne Kosten für die Inanspruchnahme von Fachleuten.
Nach öffentlichen Vorführungen des Phonographen beim Präsidenten der USA und anderswo im April 1878 feierte die einheimische und europäische Presse Thomas Edison erstmals als großen Erfinder. Auch beeindruckte er die Öffentlichkeit im Oktober und Dezember 1879 durch vorher unbekannte Lichtvorführungen mit augenblicklichem Ein- und Ausschalten einer großen Anzahl von Glühlampen. Sie verfestigten die Sicht auf ihn als „Zauberer von Menlo Park“, wie er von einigen Zeitungen genannt wurde. Ab den späten 1870er Jahren berichteten nicht nur Fachzeitschriften, sondern auch Tageszeitungen über Edison, der dadurch eine weltweit bekannte Persönlichkeit wurde.

Die Elektrifizierung New Yorks und der Aufbau eines Elektro-Konzerns 1881 bis 1886 [Bearbeiten]

Frühe Glühlampen von Edison.
In den folgenden Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der persönlichen Arbeit Edisons weg von der Entwicklung und hin zu der Vermarktung und Umsetzung von Elektrifizierungsprojekten. Zeitweise verlegte er seinen Wohnsitz und Teile seines Entwickler-Teams aus Menlo Park nach New York. Während bis dahin Produktionsorte meistens noch den Charakter von Werkstätten hatten, erforderte die Fertigung von Glühlampen und Komponenten für das Massengeschäft mit Licht und Strom den Aufbau von Fabriken und die Entwicklung rationeller Fertigungsprozesse. Edisons erste Lampenfabrik, die Edison Lamp Co., befand sich zunächst in Menlo Park und dann in Harrison, New Jersey. Von ihrer Gründung bis April 1882 wurden dort bereits 132.000 Glühlampen produziert.[7] 1886 verlegte er auch sein Labor kurzzeitig nach Newark (Harrison), New Jersey. Die Einrichtungen aus Menlo Park befinden sich heute im Freilichtmuseum Greenfield Village, Dearborn in der Nähe von Detroit.
Die Edison Electric Light Co. wurde bereits am 15. November 1878 gegründet. Sie hatte das Recht, die in Menlo Park erarbeiteten Patente zu verwerten, und finanzierte im Gegenzug die Arbeit des Entwicklungslabors. Das Unternehmen gründete in den USA und im Ausland Tochter- und Kooperationsunternehmen und versorgte diese sowie andere Partner mit den notwendigen Patentrechten. Diese Gesellschaft kann daher als Kern des aus ihr entstehenden Elektrokonzerns gesehen werden. Die Edison Electric Light Company of Europe entstand im Dezember 1880. Im Jahr 1883 entstand durch eine Kooperation mit Emil Rathenau dieDeutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität, später AEG. Ende 1886 gehörten die Unternehmen von Edison mit etwa 3000 Mitarbeitern und rund 10 Millionen Dollar Kapital zu den großen Konzernen ihrer Zeit.[8]
Bis 1881 wurden unterirdische Kabel in New York verlegt und das Dreileitersystem eingeführt. Außerdem erfand Edison elektrische Sicherungen, Messgeräte und verbesserteDampfmaschinendynamos. Am 4. September 1882 wurde das erste Zentralkraftwerk der USA in der New Yorker Pearl Street eröffnet; es war für Gleichstromtechnik ausgelegt. Die konstruierten sechs Dampfmaschinendynamos wogen je 27 t und lieferten je 100 kW Leistung, ausreichend für zirka 1100 Lampen. Am 3. September 1882 begann der Betrieb, und bereits am 1. Oktober 1882 wurden 59 Abnehmer versorgt. Ein Jahr später waren es 513 Kunden.[9] Eine besondere Schwierigkeit der ersten Elektrifizierungsprojekte war das Fehlen von Fachkräften für die Verkabelung. Für deren notwendige Ausbildung standen nur wenige Ausbilder mit entsprechenden Kenntnissen zur Verfügung. Die 1880 für das Projekt gegründeteEdison Electric Illuminating Company of New York (ab 1901 New York Edison Company[10]) war der Prototyp für weitere lokale Elektrifizierungsgesellschaften. Im Jahr 1911 betrieb das Unternehmen 33 Kraftwerke, die für 4,6 Millionen Lampen von 108.500 Kunden Strom lieferten. Dieses Wachstum vollzog sich in anderen Städten der Welt analog und musste technisch und administrativ bewältigt werden. Noch 1881 waren die Edison-Büros die einzigen elektrisch beleuchteten Gebäude in den USA und zogen jeden Abend Schaulustige an.[11]
Das von Edison entwickelte Dreileitersystem der elektrischen Energieversorgung erlaubt kleinere Querschnitte der Kabel und sparte mithin erhebliche Mengen an Kupfer. Edison dachte in Systemen und hatte ökonomische Faktoren wie die Kupferpreise stets im Blick, da der Erfolg seines Projektes von der Unterschreitung der Kosten von Gasbeleuchtungen abhing.
Das Schlüsselprodukt Glühlampe wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Allein im Jahr 1882 wurden 32 Patente im Zusammenhang mit Glühlampen, deren Produktion und der Herstellung von Glühfäden angemeldet. 1883 erhielt Edison ein Patent auf den nach ihm benannten Edison-Effekt. Die Anmeldung erfolgte am 15. November.
Die Edison-Gesellschaften bearbeiteten in jenen Jahren auch zahlreiche kleinere Elektrifizierungsaufträge. So wurde ein Theater in Boston innerhalb weniger Tage verkabelt. Man installierte über 600 Glühlampen und einen Dynamo. Das Mahen-Theater in Brünn war 1882 das erste Gebäude in Europa, in dem ein Edison-Beleuchtungssystem installiert wurde.

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